Freitag, 6. Mai 2011

LKW frontal gegen vollbesetzten Schulbus

Es waren wohl nur wenige Stundenkilometer, die Gummersbach am Freitag morgen um zwanzig vor Acht vor der ganz großen Katastrophe retteten: Auf der B55 im Ortsteil Dieringhausen war ein LKW vor der Firma Eschmann Stahl aus unbekannter Ursache frontal in einen voll besetzten Schulbus gefahren.


Einer Vollbremsung des Busfahrers ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass "lediglich" ein Kind Knochenbrüche erlitt. Alle anderen erlitten leichte bis mittlere Verletzungen, was angesichts der zerstörten Sitzreihen im Bus mehr als einmal zu fassungslosem Kopfschütteln führte.

Schlimm erwischte es jedoch die beiden Fahrer: Der Fahrer des LKW wurde bereits vor Eintreffen des Rettungsdienst von Mitarbeiter der Firma Eschmann Stahl schwer verletzt aus dem zerstörten Führerhaus befreit. Der Busfahrer war schwerst eingeklemmt und wurde von der Feuerwehr mit hydraulischen Rettungsgeräten aus seiner Zwangslage befreit. Ein tonnenschwerer, massiver Rundstahl durchschlug das komplette Führerhaus des LKW, wurde jedoch glücklicherweise vom A-Holm des Busses gestoppt. Beide Fahrer wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in die Unfallklinik Köln-Mehrheim transportiert.

Die verletzten Schüler wurden von Mitarbeitern einer benachbarten Firma in deren Lagerhalle erst-versorgt. Die zahlreich alarmierten Rettungskräfte übernahmen dort die weitere Versorgung. Psychologisch betreut wurden neben den unmittelbar Betroffenen auch deren durch Radiomeldungen alarmierten Angehörigen und die Schüler eines entgegenkommenden Schulbusses, welche Augenzeugen des Vorfalls geworden waren. Insgesamt waren über 60 Personen zu versorgen.

Die verunfallten Fahrzeuge wurden mit zwei Schwerlastkränen angehoben und mit Tiefladern von der Unfallstelle transportiert. Gegen 14 Uhr wurde der Verkehr auf der Strecke nach fast sechs Stunden wieder frei gegeben.

Der Löschzug Gummersbach war neben zahlreichen anderen Rettungskräften zusammen mit der Feuerwache mit Vorausrüstwagen, Rüstwagen, LKW, Gerätewagen Gefahrgut und dem Löschgruppenfahrzeug im Einsatz.

Zu danken ist an dieser Stelle im übrigen ausdrücklich den Mitarbeitern der Firma Eschmann Stahl, die in beispielloser Weise die Erstversorgung der Unfallopfer übernahmen und die Rettungsarbeiten auch nach Eintreffen der regulären Rettungskräfte mit ihren Möglichkeiten unkompliziert unterstützen!

Viel Gelegenheit zum sacken lassen der Eindrücke war indessen nicht gegeben: Bereits gegen 17 Uhr wurde der Löschzug wieder nach Strombach alarmiert. Dort drohte das Feuer von brennenden Gartenbäumen auf das Dach eines Wohnhaus überzugreifen. Hier war der Löschzug mit Tanklöschfahrzeug, Drehleiter und Löschgruppenfahrzeug im Einsatz.