Sonntag, 9. März 2008

Orkantief "Emma" wütete auch über Oberberg

Am 01.03.2008 gegen 1 Uhr erreichte das Orkantief "Emma" Oberberg und blies mit teils über 120 Stundenkilometern über das Kreisgebiet - Auto auf der B256 von Bäumen begraben.
Erinnerungen an das Orkantief „Kyrill“ vor einem Jahr wurden wach, aber zum Glück erwies sich „Emma“ in der vergangenen Nacht als deutlich harmloser. Zwar fegten auch diesmal wieder Orkanböen mit mehr als 120 Stundenkilometern über das Kreisgebiet hinweg, aber außer einigen umgestürzten Bäumen blieben nach bisherigen Erkenntnissen schlimme Unfälle aus. Allerdings kam es im benachbarten Rheinland-Pfalz, zwischen Wissen und Morsbach, zu einem tödlichen Unfall. Dort stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto und erschlug den Fahrer.

Großes Glück hatte am frühen Morgen ein Transporter-Fahrer in Marienheide. Der 54-jährige Mann aus Hückeswagen war zwischen Ohl und Marienheide auf der B256 unterwegs, als umgekippte Bäume zwischen Gogarten und Schmitzwipper ihn zum stoppen zwangen. Er versuchte zu wenden, aber in diesem Moment krachte eine dicke Fichte genau auf das Dach seines Transporters. „Er hat riesiges Glück gehabt, dass der Stamm auf die stabile A-Säule des Daches gefallen ist“, so Ralf Breloer von der Feuerwehr in Kempershöhe. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon.

Zusammen mit den Kollegen aus Marienheide waren rund 20 Wehrmänner unter der Leitung von Gemeindebrandmeister Frank Hartkopf vor Ort, um die zahlreichen Bäume klein zu sägen und die komplett gesperrte Bundesstraße wieder frei zu bekommen. Und auch im übrigen Kreisgebiet waren etliche Rettungskräfte angesichts umgestürzter Bäume, die auch auf Stromleitungen gefallen waren, im Einsatz, aber es gab nach jetzigem Stand der Dinge keine größeren Schäden. Die oberbergische Polizei hatte 50 Sturm bedingte Einsätze zwischen 4:30 und 9 Uhr. "Wir sind in der Region aber noch glimpflich davon gekommen", erklärte ein Sprecher heute Mittag. In Gummersbach-Hanfgarten fuhr ein Auto gegen einen umgefallenen Baum.

Ähnliches ereignete sich in Radevormwald, wo ein Motorradfahrer gegen einen Baum prallte. In beiden Fällen blieben die Beteiligten zum Glück unverletzt. Gesperrt sind derzeit nur noch die Ahestraße in Gummersbach sowie die Verbindungsstraße zwischen Waldbröl-Pustenbach und Höhe.

Auch zurzeit stürmt es teils noch sehr kräftig, es sind weiter stürmische Böen der Stärke 8 (um 65 km/h ), in Schauern auch Sturmböen der Stärke 9 (um 85 km/h ), örtlich auch schwere Sturmböen der Stärke 10 (um 100km/h ) aus West zu erwarten. Aber im Laufe des Tages soll es sich laut Deutschem Wetterdienst immer mehr beruhigen.

In der Rengse, nähe Pernze, kam es zu ersten Einsätzen gegen 6:30 Uhr. Auf eine 10KV-Hochspannungsleitung war ein Baum gestürzt und hatte dort Leitungen abgerissen, die ein Feuer in dem dortigen Waldstück verursachten. Das Feuer konnte von der Feuerwehr zunächst lediglich beobachtet werden, da ein Annähern wegen der unter Strom stehenden Leitung zu gefährlich war. Gleichzeitig war die Straßenzufahrt zu dem Ort Niederrengse wegen eines umgestürzten Baumes für kurze Zeit nicht mehr passierbar. Weitere Einsatzorte der Neustädter Feuerwehr waren Schwerpunktmäßig im Othetal, Geschleide, Wiedenest Richtung Altenothe und Sylemicke. "Wir haben dieses mal Glück gehabt. Es kam zu lediglich sieben Einsätzen in unserem Einsatzgebiet, bei Kyrill waren es über 80", so Einsatzleiter Ullrich Geiger. [Auch auf dem Autobahnzubringer in Richtung Brüchermühle landeten mehrere Bäume auf der Straße und mußten dort schnellstens beseitigt werden, da sie auf der Schnellstraße eine große Gefährdung darstellten. Für die Zeit der Räumungsarbeiten wurde der Zubringer in einer Fahrtrichtung gesperrt.

Mehr als zehn Bäume waren in Linde-Bruch umgestürzt und begruben dabei eine Stromleitung unter sich. Für die Lindlarer Feuerwehr verlief die Nacht verhältnismäßig ruhig. Um 6:10 Uhr wurde der erste Löschzug nach Süttenbach gerufen, wo mehrere Bäume umgefallen waren. Kurz darauf wurden auch die übrigen Lindlarer Einheiten alarmiert, da im gesamten Gemeindegebiet abgebrochene Äste und umgeknickte Bäume die Straßen blockierten. Schwerpunkte waren dabei vor allem die Ortschaft Linde-Bruch, in der mehrere Tannen umgestürzt waren, die unter anderem die Zufahrt zu zwei Wohnhäusern abschnitten und eine Stromleitung unter sich begraben hatten, sowie der Lindlarer Ortskern. In Lindlar-Ohl riss eine Stromleitung und fiel auf eine durch den Regen überschwemmte Wiese. Durch die enorme elektrische Spannung kam es dabei zu einem Holzstapelbrand, obwohl dieser einige Meter weit entfernt stand. Mehrere Ziegeln lösten sich vom Dach des Alten Ratsaales im Zentrum und stürzten auf den Gehweg. Erschwerend zu den Aufräumarbeiten kam ein Stromausfall hinzu. Von 6:30 Uhr bis 9:30 Uhr blieben weite Teile Lindlars dunkel, was besonders den Bauern zu schaffen machte. Da die Feuerwehr ihre Notstromaggregate selbst benötigte, unterstützte das DRK Frielingsdorf zwei Landwirte mit Generatoren. Am Vormittag besuchte auch Lindlars Bürgermeister Hermann-Josef Tebroke die eingerichtete Leitstelle im Gerätehaus, um sich selbst ein Bild über die Lage zu machen. Insgesamt hatten die Feuerwehren der Gemeinde Lindlar bis 11 Uhr über 22 Einsätze und waren mit 45 Mann unter der Leitung von Wehrführer Dieter Hungenberg im Einsatz.

Text und Bild mit freundlicher Genehmigung von oberberg-aktuell.de